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Walter & Marianne Kaiser-Bingel

Interview mit Marianne Kaiser


Kaiser News 1970, Nr. 1

Kindertanzkurse

Heinz K. Horn, Kaiser News, spricht mit Frau Marianne Kaiser

News: Frau Kaiser, was hat Sie dazu veranlasst, mit Ihrem Mann nach Kopenhagen zu reisen?

M.K.: Nun, wir haben uns hier in Zürich schon lange überlegt, wie man das Kindertanzen auch bei uns populär machen könnte. Wir sind also nach Dänemark gegangen, um uns an Ort und Stelle mit diesem Problem zu befassen und uns informieren zu lassen.

News: Was bezweckt man nun eigentlich mit diesen Tanzkursen für Kinder, haben sie einen erzieherischen Wert?

M.K.: Der Zweck ist der, dass die Kinder unter Gleichaltrigen fröhlich sind, dass sie gemeinsam zu Musik tanzen und spielen. Ein erzieherischer Wert ist auf jeden Fall vorhanden, da neben vielen anderen Dingen zum Beispiel das rhythmische Empfinden geschult wird. Oft ist es auch so, dass die Kinder zum ersten Mal eine kontrollierte Bewegung ausführen, ja die ganz Kleinen können oft noch nicht einmal bis acht zählen und haben Schwierigkeiten rechts und links zu unterscheiden.

News: Ist diese Form des musikalischen und tänzerischen Unterrichts von Kindern mit Ballett oder Rhythmik zu vergleichen?

M.K.: Ja, wenn auch nur in einem ganz entfernten Sinn. Ich meine, dass der Unterricht in Kindertanzkursen natürlicher, fröhlicher und auch gelöster ist. Die Kinder lernen Bewegungen, die für einen Körper, der noch nicht ausgewachsen ist, ganz einfach auszuführen sind. Und was sehr wichtig ist, es ist immer Musik dabei.

News: Die Mädchen und Buben werden also nicht zu einem irgendwie gespreizten Verhalten erzogen?

M.K.: Nein, auf keinen Fall, wenngleich die Buben zum Beispiel schon da lernen, wie man ein Mädchen zum Tanzen auffordert. Sie müssen eine Verbeugung machen, die Mädchen einen kleinen Knicks.

News: Wie alt sind nun die Kinder, die an einem solchen Kurs teilnehmen?

M.K.: Das variiert selbstverständlich, man kann aber sagen, von 3 ½ bis 12 Jahren.

News: Frau Kaiser, Sie haben nun vor einigen Wochen auch hier in Zürich mit diesen Tanzkursen für Kinder begonnen. Glauben Sie, dass die ganze Sache von Erfolg gekrönt sein wird?

M.K.: Es stimmt, dass wir mit den ersten Kindertanzkursen begonnen haben, wenn auch nur in kleinem Rahmen. Ob wir damit Erfolg haben werden? Ich glaube schon. Die Kinder hier werden in ihrer Art kaum viel anders sein als in Dänemark. Nur ist eben in der Schweiz das Kindertanzen an sich bislang völlig unbekannt gewesen und es braucht einfach seine Zeit, bis es bekannt wird.

News: Macht Ihnen der Unterricht, die Arbeit mit den Kindern eigentlich Spass?

M.K.: Ja, auf jeden Fall, wenn es auch ziemlich anstrengend ist, denn Sie können sich ja sicher vorstellen, dass man die Kinder sozusagen immer an der Hand haben muss, dass man sie keinen Augenblick aus den Augen lassen darf.

News: Wer ist eigentlich talentierter? Die Mädchen oder die Buben?

M.K.: Das kann man schwer sagen, es kommt einfach auf die Entwicklungsstufe des einzelnen Kindes an, ich würde aber trotzdem auf die Mädchen tippen.

News: Soso, ich möchte aber dann sagen, dass sich das bei zunehmendem Alter sicherlich ändert.

M.K.: Das ist typisch Mann, vielleicht haben Sie Recht.

News: Um noch einmal auf Kopenhagen zurückzukommen. Sind Sie zum ersten Mal in dieser Stadt gewesen und wie gefällt sie Ihnen?

M.K.: Ja, ich war zum ersten Mal in Dänemark, Kopenhagen ist eine Stadt mit sehr viel Atmosphäre, nur hatten wir ja leider viel zu wenig Zeit, um sie genauer kennenzulernen.

News: Frau Kaiser, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und wünschen Ihnen weiterhin recht viel Erfolg mit "Ihren" Kindern.



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